Spanks und ihre gesellschaftliche Bedeutung…
Im Fernsehen sieht man’s. Sportler hauen sich ständig auf den Hintern. Auch die klischee-Macho-harten-Footballkerle. Wenn man nämlich mal live als Spieler beim Football auf’m Feld steht, fällt einem neben der ungewohnten Härte dieses Spiels vor allem eins auf: die ständigen Buttslaps. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Da stehen meist so 30 Spieler außerhalb des Feldes, weil sie gerade nicht drin sind und hauen sich gegenseitig auf den Hintern. Kerle. In aller Öffentlichkeit, vor Publikum. Sogar die Profi-Footballer im Fernsehen. Auch allgemein, nicht nur beim Football: Irgendwie fällt auf, dass hier allgemein viel mehr Schläge auf’n Hintern verteilt werden als in Deutschland. Von Eltern für ihre Kinder. Von Lehrern für Schüler (Ja, das gibt’s hier! Für grobe Verstöße gegen Schulregeln kann man hier zwischen Nachsitzen während Lunch oder eben Schlägen auf den Hintern, mit einem Holzpaddel, genannt Swats, wählen). Und natürlich zu guter letzt zwischen Schülern. Steht jemand mit dem Rücken zu einem am Spind, und jemand kommt vorbei, der dir Hallo sagen möchte – dann tut er das mit einem Buttslap.
Ein Klaps auf den Hintern sind in der amerikanischen Mentalität KEINE BESTRAFUNG, sofern nicht Kinder sie von Eltern oder Lehrern kriegen (Coaches sind da eine Ausnahme!) Sie sind vielmehr Zeichen des Respekts und der Anerkennung oder sollen Spieler während des Spiels aufmuntern. Wobei, ungewohnt war’s am Anfang trotzdem, für gute Plays vom Coach mal ‘nen Klaps auf’n Hintern zu kriegen. Aber man gewöhnt sich dran. Und irgendwie findet man letztlich daran auch Spaß.
Und wenn’s in Deutschland mal unerwarteterweise dazu kommen sollte, dass man in den Genuss eines Footballmatches im FreeTV kommt (zum Beispiel den Superbowl, der manchmal im ARD nachts, also live, kommt), dann kann man einfach dem Lehrer, oder später auch Arbeitgeber, als Grund für die Müdigkeit nennen: “Tut mir leid, ich hab letzte Nacht stundenlang zugesehen, wie sich Kerle gegenseitig auf den Hintern klatschen.” Das sollte so ziemlich alle Nachfragen ausräumen. Mit dem Image, das man sich damit selbst aufdrückt, muss man allerdings ein andermal aufräumen…



